Werbellinsee WS 03/04

Fachschaftsfahrt zum Werbellinsee WS 2003
Bericht

Es war der Freitagabend einer der ersten Wochen eines neuen Semesters, als über vierzig frischgebackene und schon etwas erfahrenere Studenten von den zahlreichen, über die Stadt verteilten Treffpunkte in ein mit Spannung erwartetes Wochenende aufbrachen. Dabei wurde schon an der Zusammenstellung der Fahrgemeinschaften die primäre Intention dieses Unterfangens deutlich, die wie jedes Semester im gegenseitigen Kennenlernen besteht. Und obwohl meine beiden Mitfahrer und ich dieses Ziel spätestens nach dem dritten Stau des Berufsverkehrs erreicht hatten, ließen wir es uns nicht nehmen, letzten Endes doch noch die so vertrauten Gefilde des Berliner Ringes zu verlassen, um die Erleichterung der nicht mehr für möglich gehaltenen Ankunft im EJB Werbellinsee so richtig auszukosten.

Dort kam uns nach einer kurzen Irrfahrt über das in dieser Jahreszeit wie ausgestorben wirkende Gelände der selbsternannte "Cheforganisator" Andre entgegen, der von der ersten bis zur letzten Minute dieser Fahrt dafür Sorge trug, dass jeder etwas zu tun hatte - und sei es auch nur das Tragen einer der zahlreichen Kisten, die den Teilnehmern sowohl für die gemötlichen Stunden als auch für die notgedrungenermaßen eingeschobene Bearbeitung der Übungsblätter das üerleben sichern sollten.

Der erste Abend fing noch eher harmlos mit der obligatorischen Vorstellungsrunde an. In Anbetracht des erfreulich hohen Zuspruchs durfte man sich diesmal auf die Nennung seines Names und eine das Erinnerungsvermögen immens erleichternde persönliche Vorliebe beschränken. Der einzige Haken war, dass die Findung eines kreativen Wortes durch das möglichst lückenlose Memorieren der schon genannten Namens behindert wurde.

Nachdem jeder diese Aufgabe mit Bravour gemeistert hatte, begann man, das gerade Gelernte sofort wieder anzuwenden, indem man in einem Spiel namens "Mörder" - für den uneingeweihten Beobachter scheinbar wahllos - Namen durch den Raum zu rufen mit dem schier unmöglichen Ziel, irgendwann doch einmal den richtigen Mörder herauszufischen.

Waren in diesem Schauspiel die kurzen Augenblicke der Dunkelheit noch als dramatisches Element zu verstehen, so verzichtete man nach zwei abgeschlossenen Lynchorgien gänzlich auf die Raumbeleuchtung, um sich voll und ganz einem kleinen Gruselfilmchen hinzugeben, aus dem man unmissverständlich die Warnung herauslesen konnte, zu tief in den Wald zu gehen, da man sonst möglicherweise auf eine Horde von Journalisten treffen würde, die sich auf der Jagd nach dem besten Bild gegenseitig mit ihren Kameras erschlagen.

Glücklicherweise blieb in der folgenden Nacht nicht wirklich Zeit, um diese Furcht in einen Alptraum umzusetzen. Nachdem man das Ende der Frühstückszeit zum Anlass genommen hatte, die Wärme seines Bettes gegen die Vielfalt Brandenburgischer Mischwälder bei Tageslicht auszutauschen, schleppte man sich nichts ahnend wieder in Richtung des Seminargebäudes, nur um festzustellen, dass es sich manche nicht nehmen ließen, das Karopapier auch hierhin mitzunehmen, um endlich ihre langersehnte erste Ü?bungsserie in Angriff zu nehmen und den gestandenen höheren Semestern noch einmal die Schönheit so mancher Ungleichungen vor Augen zu führen. Da sie zudem auch noch ein herzerwärmendes Epsilon mit im Gepäck hatten, konnten sich viele bis zur Dämmerung nicht von diesem Raum trennen.

Und so ging es auch unter, wie einige fleißiger Helfer auszogen, um Holz für das Lagerfeuer zu sammeln, das erst durch ein paar bedrohliche Wolken gefährdet schien. Vielleicht l?sst es sich aber mit dem Eifer bei den ?bungsaufgaben erkl?ren, dass Petrus uns wohlgesinnt war und die Streichh?lzer endlich mit einem halben Jahr Versp?tung zum Einsatz kamen.

Zun?chst machten sich nur die Mutigsten auf, um in der Dunkelheit den Weg zu der entlegenen Feuerstelle mit Unterst?tzung eines festen Schuhwerks im Laub zu ertasten. Etwas sp?ter folgten die Taschenlampenfraktionen. Und wer es besonders gem?tlich haben wollte, kam mit dem Auto, dessen Kofferraum noch f?r den Rest des Abends als Energiespender dienen sollte.

Irgendwann schaffte es das Feuer auch, jeden der auf den B?nken versammelten Nachtschw?rmer zu w?rmen. Was an diesem Licht mit seinem unerbittlichem Funkenflug so romantisch sein soll, ist dem Autor aber auch nach mehreren Stunden im Rauch dieses Spektakels nicht ganz klargeworden. Zumindest bot die Runde Gelegenheit zum Trainieren seiner Sangesk?nste sowie zum Austausch von Gedanken und Chipst?ten. Wem das nicht reichte, der konnte auch auf einen reichen Fundus diverser Ethanol-haltiger Fl?ssigkeiten zur?ckgreifen, die in dem besagten Kofferraum nur darauf gewartet hatten, endlich ihren Weg in die von allerhand kryptischen Zeichen infiltrierten K?pfe zu finden.

Am letzten Morgen dieses Wochenendes hatten sich alle schon so eingelebt, dass sie die von einem hilfreichen, ?berdimensionierten Gast auf dem Weg hinterlassenen Fu?spuren wohl gar nicht mehr gebraucht h?tten, um den Weg zum Fr?hst?ck zu finden, das als St?rkung f?r die Nutzung der diversen nach ihrem Recht verlangenden Sportger?te unerl?sslich war.

Erst am Nachmittag waren die letzten Taschen verladen, die ?berreste der vergangenen Nacht wieder eingepackt und alles sonstwie nach Essen Aussehende an die noch immer auf ihre Fahrer wartenden Herumstehenden verteilt, bis jeder mit prallen Taschen und voller neuer Eindr?cke den Heimweg antrat, der ihn zur?ckf?hren sollte zu einem Parkplatz irgendwo in Berlin.

Martin


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