Old News of Prof. Andreas Griewank

Bewerbung zum Vizeprädisenten Forschung der HU

Am 5. November wurde ich von der gemeinsamen Findungskommission von Kuratorium und Senat angehört und anschliessend vom Kuratorium als einer von damals drei, jetzt nach einem Rückzug, nur noch zwei Kandidaten nominiert. Was ich noch hätte erwähnen sollen ist, dass mir die Tätigkeit im Senat und anderen Gremien zum Teil wirklich Spass gemacht hat und durchaus konstruktiv war. Eine Auswahl meiner Aktivitäten im Senat habe ich wie folgt zusammengefasst. Hier findet man meine Vorstellungsvorträge in der Findungskommission . und im Konzil .

Am 23. November gab es eine Anhörung im Konzil, die nach meinem Eindruck ziemlich gut lief. Allerdings fiel auf die Frage was die Ergebnisse von Gender Studies für mein Leben und die Amtsführung als Vizepräsident bedeuten absolut nichts ein. Im Nachhinein kommen natürlich Einsichten, die man hätte glaubhaft äussern können, aber ehrlich gesagt hatte ich mich zwar mit Frauenförderung allgemein aber nicht mit diesem Punkt gedanklich auseinander gesetzt. Am 30. November habe ich dann die Wahl gegen meinen Mitbewerber Professor Frensch für mich überraschend deutlich mit 33:24 Stimmen verloren. Offenbar ist meinen Kandidatur gerade bei den professoralen Amtsbrüdern und -schwestern auf grosse Skepsis gestossen. Ich freue mich trotzdem über die mehrheitliche Unterstützung bei den nichtprofessoralen Konzilsmitgliedern. Natürlich habe ich mit Gedanken gemacht weshalb ich vielen, auch aus meiner nächsten Umgebung, zumindest weniger geeignet erschien. Vermutlich konnte ich zunächst in Sachen Eloquenz und persönlicher Strukturiertheit nicht mithalten. Zudem hat gerade die professorale Mehrheit die Neigung die offene Ansprache von Problemen und Meinungsverschiedenheiten an der HU als undiplomatische zu betrachten. Entsprechend wurden inhaltliche Positionen und Gesichtspunkte leider weder vor noch nach der Wahl wirklich erkennbar. Eine immerhin nachvollziehbare Interpretation im Sinne einer Richtungsentscheidung ist, dass die professorale Mehrheit ohne öffentlich geäussertes 'wenn' oder 'aber' geschweige denn Zweifeln an den angedachten Strukturveränderungen auch die dritte Säule der Exzellenzinitiative mitmachen will. Das war von mir nur bedingt zu erwarten und ich bin in gewisser Weise froh, dass ich diese pseudowissenschaftlichen Gebetsmühlen nun nicht bedienen muss. Unabhängig von der Wahl bin ich weiterhin enttäuscht und besorgt über Folgendes. Wie schon in der ersten Runde wurden, ohne Diskussion oder gar Verabschiedung in Senat und Kuratorien, im Vorantrag Reformen versprochen, die die Humboldt Universität langfristig und tiefgreifend verändern würden. Im Erfolgsfalle müssen diese dann im Wesentlichen auch umgesetzt werden, was wie die Erfahrungen an den Eliteunis der ersten Runde zeigen, zu erheblichen Verwerfungen und gar Zerwürfnissen führen kann. Ich weiss, dass viele Kollegen auch diese Einschaetzung teilen und hätte mir allgemein mehr professorale Stimmen von Kollegen erhofft die dem ganzen 'Zirkus' ( O-Ton Olbertz ) etwas skeptisch gegenüber stehen.